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  Nathan der Weise im Marmorsteinbruch Krastal - Sie sind Nathan!
14.06.2010

Termine neu:
30. Juli 20.00 Uhr
31. Juli 15.30 Uhr und 20.00 Uhr


Manfred Lukas-Luderer als Nathan und Franz Robert Ceeh, Frankie Feutl, Klaus Fischer, Berta Kammer, Bernhard Krieber, Michael Kuglitsch, Bea Masala, Chris Pichler, Ronald Pries (Maximilian Achatz), Michael Weger.
Regie: Michael Weger

Das berühmte Stück, in der die Ringparabel eine zentrale Rolle spielt, die Lessing allerdings von Giovanni Boccaccios „Decamerone“ übernommen hat. Der weise Jude Nathan zieht eine Pflegetochter namens Recha auf. Diese wurde von einem christlichen Tempelherrn gerettet, der vom moslemischen Sultan Saladin begnadigt wurde, weil er Saladins Bruder Assad ähnlich sah. Recha und der Tempelherr verlieben sich ineinander. Am Ende werden alle akzeptieren müssen, dass fremde Religionen Teil ihrer selbst sind, wenn offenbahrt wird, dass Assad Christ war, und sowohl Recha wie auch der Tempelherr seine Kinder sind. Was sehr kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: Alle sind sie in erster Linie Menschen und vor allem sollte dies zählen...

Nathan der Weise ist Lessing letztes Werk in dem er seine Idee des Deismus verarbeitete.
„Sind Christ und Jude denn mehr Christ und Jude als Mensch?“

Gotthold Ephraim Lessing: 1729 in Sachsen/Deutschland geboren war er der wichtigste deutsche Dichter der Aufklärung. Mit seinen Dramen und vor allem auch theoretischen Schriften hat er die weitere Entwicklung der deutschen Literatur maßgeblich beeinflusst.
Er starb 1781 in Braunschweig.

Zur Inszenierung von Michael Weger:

„Die Tausend Jahre deines Richters sind noch nicht um!“
(Sultan Saladin zu Nathan, nachdem dieser die Ringparabel erzählt hat)

Das Stück ist weitgehend als das Toleranzdrama schlechthin bekannt.
In der Ringparabel wie auch in der gesamten Anlage des Stückes kommt der eine Gedanke zum Tragen, alle Religionen seien verwandt, hätten einen Ursprung und ließen sich demnach auch wieder dorthin rückverbinden.
Wäre da nicht der Mensch!
Der sich immer wieder vom heilsam, lebensspendenden Glauben, vom liebevoll, toleranten Gläubigen, hin zum ausgrenzenden, verurteilenden Fundamentalisten bewegt.
Und da setzt die Inszenierung dieser Aufführung ein.
Das Stück wird vor allem in der Ausstattung und im Spielstil in die Gegenwart übersetzt.
Fundamentalistisch Glaubende treffen in einer akuten Kriegszeit aufeinander. Zu Beginn des Stückes ist von Toleranz nichts zu spüren, bei keiner der Figuren. Auch Nathan kehrt ja gerade vom „Schulden einkassieren“ aus Babylon zurück, der schwerreiche Mann, der sich bedeckt hält, dem Krieg ausweicht, doch offensichtlich wohl getragen ist von einem höheren Ideal.

Die Inszenierung wird einerseits dem Stück in seiner idealisierten Hoffnungsbotschaft folgen, andererseits jedoch den Weg zu einer möglichen Einigung, als äußerst beschwerlich, nahezu ungangbar zeigen.
Aus der größten inneren Distanz heraus begegnen die Menschen des Stücks zu Beginn einander, um am Ende voreinander zu stehen, mit dem Wissen verwandt zu sein, doch den Weg zueinander noch nicht zu kennen.

Ich will gewissermaßen die sanften Züge das Stückes, die Oberfläche wegpolieren, um der darunter liegenden, viel grausameren Wahrheit etwas näher zu kommen.
Denn so sehr wir verstehen wie es sein könnte und wohin wir uns bewegen sollten, so schwach sind wir doch im alltäglichen Handeln, diesen Weg auch zu beschreiten. Und selbst die äußerste Weisheit eines Menschen wie Nathan, vermag nur durch große geistige Anstrengung sein Handeln so zu lenken, dass es heilsam und tatsächlich tolerant wird.

Die Inszenierung soll Diskussion und Diskurs auslösen, ohne das Stück und seine so wesentlichen und segensreichen Inhalte zu verraten.

Die Textfassung bleibt dem Original treu. Die Kürzungen sollen vor allem einer flotten und spannenden Dramaturgie zu Gute kommen und damit den Zuschauern. Die Aufführung wird inklusive einer Pause nicht länger als zweieinhalb Stunden dauern.

Krastaler Marmorsteinbruch
der Fa. Lauster Naturstein GmbH.
Premiere: 01.07.2010
Beginn: 20.00 Uhr
Stückdauer: 150 Minuten plus 2 Pausen

Festes Schuhwerk und warme Kleidung mitbringen
Bei Regen gilt die Eintrittskarte entweder für eine der nächsten Vorstellungen, oder für den nächsten offenen Regentag

Hotline (Wetter/Anreise/Info) ab 24.06. : 0681/10659527

Anfahrtsplan


Anfahrt:
Von Villach kommend: Millstätter Bundesstraße Richtung Treffen, nach Köttwein links, Abzweigung Krastal
Von Klagenfurt kommend: Autobahnabfahrt Villach Ossiacher See, danach Richtung Treffen
Vom Drautal kommend: über Puch/Weissenstein, Richtung Krastal



 
   

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