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06.06.2007
Prometheus - Menschenfreund im Krastaler Marmorsteinbruch
Episches Schauspiel nach Aischylos unter freiem Himmel im Krastaler Marmorsteinbruch der Firma Lauster GmbH in Zusammenarbeit mit dem KONSE Schauspielensemble

 

Seht mich gefesselten, unglückseligen Gott, den Widersacher des Zeus, verhasst geworden den Göttern, all denen, die die Hallen des Zeus betreten, wegen meiner zu großen Liebe zu den Erdenwesen.

Es spielen unter der Regie von Beda Percht:
Michael Weger (Prometheus), Franz Robert Ceeh (Okeanos), Alexander Mitterer (Hermes), Corinna Wiedenmann (Io), Herbert Brunner (Hephaistos), Chor der Kinder
(StudentInnen des Kärntner Landeskonservatoriums)
Chor des Fühlens (16-köpfige nbv-Antike-Sprechchor)

Premiere: 13. Juni 2007, 20.00 Uhr
powered by STRUSSNIG (15 Vorstellungen)

Archäologie im Steinbruch: Wir finden einen Prometheus, der, indem wir ihn suchen, zunehmend wieder zu leben beginnt. Welche Macht, welche Wucht und auch: was für ein feines Geflecht an Beziehungen, Gefühlen, Lebensfreude. (Beda Percht, Regisseur)

„Prometheus Menschenfreund“, entstanden etwa 460 v. Chr, ist eine freie Bearbeitung des zweiten Teils der „Prometheus“-Trilogie des Aischylos – des „Gefesselten Prometheus“. Wobei die beiden anderen Teile nicht überliefert sind. Es ist ein Epos mit der Macht des Erzählens, des Erzählens einer Biographie, die unsere Kultur geformt hat. Und, das ist hautnah zu erleben, es ist jener Teil der griechischen Mythologie, der direkt in unser
modernes Leben wirkt.
Der Inhalt und die Tragweite des Berichteten berühren das Leben seit einigen tausend Jahren. Prometheus Menschenfreund zeigt die Kraft und die Wucht göttlicher Gefühle, aber mittendrin und zwischendurch singt, immer vernehmlicher, ein noch nacktes Wesen: Der Mensch, aus göttlichen Konflikten
entstanden, aber nicht mehr deren Spielball. Reich beschenkt und schwer beladen.
Davor durchlebt Prometheus, zur Strafe an den Felsen gekettet, seine Konflikte und seine Tragödie (oder Bestimmung, oder Martyrium). Darum geht es.

Das psychoenergetische Feld des Prometheus ist voll von Trauer, Schmerz und Zorn. Dem gegenüber steht eine erschaffende, prometheische (vorausdenkende) Geistes- und Willenskraft. Ein Logos am Beginn der Menschheitsgeschichte. Beide Ebenen, die dem Schicksal ausgelieferte und die das Schicksal formende, beinhaltet die Darstellung des Prometheus. (Michael Weger, Prometheus)

Inhalt
Hephaistos fesselt Prometheus im Auftrag des Zeus. Der Chor tritt auf, um Prometheus beizustehen. Prometheus berichtet vom Kampf gegen Kronos und seiner Unterstützung der Menschen. Okeanos, alter Freund des Prometheus,
will diesen zu einem Gnadengesuch bei Zeus überreden.
Aber Prometheus, wissend, dass Zeus nicht von der Strafe ablassen würde, schickt ihn weg, da Okeanos sich selbst in Gefahr bringen würde. Er erinnert an die Schicksale seines Bruders Atlas und von Typhon. Der Chor kehrt zurück und beklagt Prometheus‘ trauriges Schicksal. Daraufhin erzählt dieser, welches Wissen er den Menschen brachte. Auch prophezeit er, dass Zeus einst abdanken wird und Prometheus erlöst. Io trifft auf ihren Irrwegen auf Prometheus. Als sie erfährt, dass Prometheus über Seherkraft verfügt, bittet sie diesen, ihr die Zukunft weiszusagen, was er auch tut. Ein Nachkomme der Io wird Prometheus einst befreien. Zeus hat jedoch von den Visionen erfahren und schickt Hermes. Als Prometheus sich weigert, Namen preiszugeben, weiß er, dass seine Strafe verschärft werden wird…

Prometheus, der Vordenker ist toll, weil er konsequent das, was er von seinem Herzen her fühlt, trotz aller Leiden durchzieht, weil er vordenkt und so verändert. In unserer Zeit zählt sehr oft nur der eigene Vorteil, so nach dem Motto: Was ich habe, das bin ich. Dem ‚Leiden’ wird aus dem Weg gegangen. Nicht so bei Prometheus ... (Corinna Wiedenmann, Io)

Nach Joseph Beuys 'muss der junge Mensch, um seine Form zu finden durchgeknetet werden'. Das betreffe jedermann und sei ein demokratischer Standpunkt. In diesem Sinn geht es in Prometheus ebenso 'um die Rückkehr der Kunst in ihrer rituellen Form'. (Herbert Brunner, Hephaistos)

Aischylos (Aeschylus, Äschylos)
Geboren wurde Aischylos 525 v.Chr. in Eleusis. Mit der „Orestie Trilogie“ erreichte der 67- jährige den Höhepunkt seines Schaffens. Er gilt als Schöpfer der Tragödie, sein Gesamtwerk soll um die 90 Tragödien umfasst haben, leider sind nur 7 Stück vollständig erhalten. Aischylos starb 456 v.Chr. in Gela auf Sizilien.

Prometheus im Steinbruch: die umwerfende Atmosphäre, das Archaische in diesem Umfeld. Es ist Kultur und Natur pur. (Franz Robert Ceeh, Okeanos)

Faszinierend ist, wie die großen Marmorblöcke, diese riesigen Steinquader auch das Hereinbrechen des Schmerzes symbolisieren. So ist 'Mythos - Wahrheit' und 'Steine sind Träger von Wahrheiten'. (Alexander Mitterer, Hermes)

Textauszug: Du wirst mir weiter zuhören und noch mehr bestaunen / Was für Künste und Übergänge ich erdachte. / Das größte: Wenn einen eine Krankheit befiel, / So gab es keine Abwehr dagegen, weder Speise / Noch Salbe noch Getränk, und aus Mangel an / Arzneien dorrte man geradezu aus – bis ich ihnen / Das Mischen lindernder Stoffe zeigte, / Womit man alle die Krankheiten austreibt./ Und ich ordnete ihnen die vielen Arten der Seherkraft, / Und gewann, als erster, aus den Träumen, was daran / Wahr werden soll, belehrte sie über das / Schwer zu deutende Stimmenhören und die Wegzeichen. / Ich erklärte mit Sorgfalt den Flug der krummkralligen / Vögel, wie sie rechterhand Glück und linkerhand / Unglück verheißen, und was für ein Leben / Ein jeder von ihnen führt, und wer wessen Feind ist, / Und wie sie aufeinander wirken und zusammenpassen… (Prometheus)

Zur Inszenierung im Marmorsteinbruch Krastal
In diesem Jahr wird unter der Regie von Beda Percht in die unvergleichliche Atmosphäre des Steinbruchs eine völlig neue Raumlösung gebaut. Für die ZuseherInnen wird darüber hinaus erstmals eine bequeme Bestuhlung bereitgestellt. Die Inszenierung setzt auch auf Licht und Hoffnung – dem kommt die Anregung zur Kostümgestaltung (Janett Sumbera) durch die in Hamburg laufende Ausstellung „Bunte Götter“ (Rekonstruktionen der Farbigkeit antiker Tempel und Skulpturen) ebenso entgegen wie die Bühne (Ernst Hubmann).
Die Komposition und Musik von Thierry Zaboitzeff (er)füllt, begleitet von Bernhard Kreuzer (Live-Gitarre) in der Choreographie von Anna Maria Müller den marmornen Raum.
Der Chor der Kinder (KONSE Schauspielensemble) und der Chor des Fühlens
(15-köpfige nbv-Antike-Sprechchor) begleiten Prometheus durch die (schweren) Zeiten des Widerstandes gegen die Tyrannei des Übergottes.

SERVICE/VORANKÜNDIGUNG: „Prometheus Menschenfreund“ Episches Schauspiel nach Aischylos. Premiere am 13. Juni 2007 um 20 Uhr im Marmorsteinbruch Krastal.
Stückdauer: bis ca. 22.15 Uhr, eine Pause.
Weitere Termine:
14. – 16. Juni (Regenersatztage: 17. – 18. Juni)
19. – 23. Juni (Regenersatztage: 24. - 25. Juni)
26. Juni – 1. Juli (Regenersatztage: 02. - 03. Juli)
Hotline: (Wetter/Anreise/Info) 0664 / 3916552 oder 0650 / 9865555

Produktionsteam:
Regie: Beda Percht
Mit: Michael Weger, Franz Robert Ceeh, Alexander Mitterer, Corinna Wiedenmann, Herbert Brunner, sowie KONSE Schauspielensemble und nbv-antike-Sprechchor.
Komposition: Thierry Zaboitzeff
Live-Gitarre: Berhard Kreuzer
Choreographie: Anna Maria Müller
Produktionsleitung und Regieassistenz: Waltraud Hintermann
Kostüme: Janett Sumbera
Kostümassistenz: Michaela Wuggenig
Maske: Elisabeth Clemens
Bühne und technische Leitung: Ernst Hubmann
Licht: Manfred Kratochwill
Ton: Zdenko Pintaric

Rückfragehinweis/Interviewanfragen:
Waltraud Hintermann, Administrative Leitung neuebuehnevillach
mobil: 0664/4644297, E-Mail: waltraud.hintermann@neuebuehnevillach.at







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