neuebuehnevillach
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11.12.2008
Premieren und Gastspiele im Spielplan der neuebuehnevillach Januar bis Juli 2009

 

Premieren am 16. und 17. Januar / Vorstellungen bis 31. Januar 09
„Sigmunds Freude - Szenenprotokolle von Fritz Perls“
Co-Produktion mit der KONSE Schauspielabteilung
Am Theater der Hansestadt Bremen an dem George Tabori 1976 das Theaterlabor gründete, erprobte Tabori Szenen nach Seminarprotokollen des Psychiaters Frederick ("Fritz") Perls. Klaus Fischer, der damals als Schauspieler an dieser Produktion mitgewirkt hat, stellt nun eine Neumontage dieser Seminarprotokolle auf die Bühne. Dabei werden die verschiedenen Vorstellungsabende zwar identisch aber nie gleich sein - und ganz sicher weit unterhaltsamer und komischer als man sich Therapiestunden vorstellt.
In der von Frederick Perls begründeten „Gestalttherapie“ wird direkt und konkret an aktuellen Situationen und auch mittels der Beziehung zwischen Klient und Therapeut gearbeitet, dadurch soll der Kontakt des Patienten zu sich selbst und zu seiner Umwelt gefördert und unterstützt, und bestehende Kontaktstörungen überwunden werden. Man geht davon aus, dass eben jene Kontaktstörungen in der Vergangenheit den Anpassungsprozess an die Umwelt und so auch die Ausbildung einer „geschlossenen Gestalt“ verhindert haben. Der Therapeut ist hier kein passiver Zuhörer, er greift ein, er provoziert und bestätigt - wie ein Regisseur seine Schauspieler. Auch die Klienten agieren im dialogischen Wechselspiel zwischen Selbst und dem Problem im Grunde wie Schauspieler. Insofern wird in dieser Produktion auch Schauspiel stets mitreflektiert, denn auch im Theater geht es darum das Selbst und die Wahrhaftigkeit des eigenen Lebens erfahrbar zu machen.
„Seinen Tod zu erleiden und wiedergeboren zu werden, ist nicht leicht.“ Fritz (Pearls)
Regie und Textfassung Klaus Fischer

Frederick Perls: 1893 in Berlin geboren, musste er mit seiner Familie 1933 vor den Nationalsozialisten flüchten. Seine Heimat wurde Amerika. Zusammen mit seiner Frau Laura Perls und Paul Goodman begründete er die Gestalttherapie. Bis zum seinem Tod, 1970 in Chicago, entwickelte er die Gestalttherapie - getrennt von seiner Frau - weiter.

Premiere am 21. Februar / Vorstellungen bis 14. März 09
Felix Mitterer „Der Patriot“
Der „Fall Franz Fuchs“ erschütterte in den neunziger Jahren ganz Österreich. Die Brief- und Rohrbombenattentate, die unter dem Namen „Bajuwarische Befreiungsarmee“ verübt wurden, kosteten unzählige Leben und verletzten viele Unschuldige. Felix Mitterer montierte Vernehmungsprotokolle und psychiatrische Gutachten, Bekennerschreiben und verschiedene Zeitungsartikel zu einem Monolog, der ein Stück Zeitgeschichte behandelt, das auch heute noch brisant ist. Es war die Zeit in der die FPÖ unter Jörg Haider groß und für eine Allgemeinheit wählbar wurde, in der durch diese Stärkung der extremen Rechten auch Fremdenhass, sowie das propagieren von Naziideologien nahezu wieder salonfähig wurden und die beiden Großparteien nur ohnmächtig dastanden und keine Lösungen für die Probleme in Österreich anzubieten hatten. Die Wunde, die „Franz Fuchs“ aufriss, klafft auch heute noch weit offen. Es ist eine Bestandsaufnahme der Österreichischen und vor allem auch der Kärntner Verhältnisse, wie auch ein Psychogramm eines Menschen, der in seiner Komplexität schwer nachvollziehbar war, dessen Intelligenz zu bestechen wusste und dessen abstoßend verbohrte Konsequenz andererseits erschreckte. Deutlich gemacht wird dies vor allem durch seine unsichtbaren Gesprächspartner, die diesen Monolog vorantreiben, mit denen sich Franz Fuchs im intellektuellen Duell befindet.
“Wer war Franz Fuchs? Der Schläfer, den ihr aufgeweckt habt. Ein österreichischer Patriot. Die Waffe in eurer Hand.“
Regie Hans-Peter Kellner

Felix Mitterer: 1948 in Tirol geboren. Felix Mitterer bezeichnet sich auch als „Tiroler Heimatdichter und Volksautor“, dabei greift er in seinen Stücken immer wieder gerne kontroverse Themen auf. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie in Irland und Tirol, seine Stücke werden aber weiter gerne und oft in Österreich gespielt.

Premiere am 25. März / Vorstellungen bis 11. April 09
Marius v. Mayenburg „Der Hässliche“
Lette hat bisher ein unaufgeregtes Leben - bis er einen Starkstromstecker erfindet und diesen bei einem Kongress natürlich auch selbst vorstellen will. Doch an diesem Punkt wird Lette von seinem Chef knallhart mit der Realität konfrontiert - er sei unglaublich hässlich. Also wird ein Kollege zum Kongress geschickt und Lette fragt sich, warum ihm seine Hässlichkeit bisher noch nicht aufgefallen sei. Seine Frau fand ihn übrigens auch schon immer hässlich, aber das mache ihr nichts aus. Also wählt Lette schließlich den Weg der Schönheits-OP, und siehe da:

Der Erfolg stellt sich ein, überrollt ihn förmlich. Er wird zum neuen Zugpferd der Firma, mit
so einem Gesicht lasse sich alles verkaufen. Doch bald schon wieder sinkt sein Marktwert, als immer mehr Menschen sich auch so ein perfektes Gesicht schnitzen lassen und zum Duplikat Lettes werden.
Eine groteske Komödie über den Idealisierungswahn unserer Zeit, in dem Individualität und Geist der reinen Oberfläche geopfert wird.
„Ich hätte früher, eh ich dir begegnet bin, auch nie gedacht, dass ich mal einen so hässlichen Mann haben werde, aber jetzt fällt mir das nicht mehr auf.“
Regie Erik Jan Rippmann

Marius v. Mayenburg: 1972 in München geboren zählt Marius v. Mayenburg spätestens seit seinem Erfolg mit „Feuergesicht“ als einer der wesentlichsten jungen deutschen Dramatiker. Seine Stücke wurden mit diversen Preisen ausgezeichnet.

Premiere am 23. April / Vorstellungen bis 16. Mai 09
DEA Alan Ayckbourn „Verfolgte Unschuld – RollenSpiel“
Co-Produktion mit dem Schauspielhaus Salzburg
Justin und Julie-Ann haben die künftigen Schwiegereltern zum Essen eingeladen, um ihre Verlobung bekannt zu geben. Alles soll perfekt sein, schließlich sind Julie-Anns Eltern sehr pedantisch. Doch während die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, klettert über den Balkon Paige herein, Ex-Erotiktänzerin und Mieterin von nebenan. Paige ist auf der Flucht vor dem Ex-Boxer Mickey, der wiederum im Auftrag von Paiges Mann, einem paranoiden Gangsterboss, gut auf sie aufpassen soll. Sie sitzt also in der Wohnung des jungen Paares und weigert sich zu gehen. Natürlich lässt auch Mickeys Ankunft in der Wohnung nicht lange auf sich warten, doch auch er vermag sie nicht aus der Wohnung zu schaffen, Paige ist einfach zu schlau. Zugleich trudeln allmählich die geladenen Gäste ein, Julie-Anns bigotte Eltern und Justins alkoholisierte Mutter. Fassungslos muss Julie-Ann mit ansehen, wie das "zwanglose Beisammensein" langsam eskaliert. Und Justin realisiert, dass ihm mit Julie-Ann ein ähnliches Leben erwartet, wie es auch ihre Eltern führen. In diesem Ausnahmezustand fallen die Masken und letztendlich entpuppt sich die bürgerliche Welt der Eltern als weitaus beängstigender als die ungebetenen Eindringlinge.
„Mr. und Mrs. Jobson ... Derek und Dee – Mutter – Julie-Ann und ich haben euch etwas sehr Schönes mitzuteilen ... wir haben vor, im Juni zu heiraten ... und um dieses glückliche Ereignis zu feiern –werden wir jetzt zwölf scheißlange Wochen auf Sex verzichten. Oh Gott..“
Regie Robert Pienz

Alan Ayckbourn: 1939 in Hampstead, London geboren, schrieb er schon mit 10 Jahren eigene Theaterstücke. In den 1950er Jahren begann er allerdings zuerst als Schauspieler seine Theaterkarriere und war in weiterer Folge auch als Regisseur und Theatertheoretiker tätig. Sein Werk umfasst mittlerweile über 70 Werke, überwiegend Komödienwerke, und Alan Ayckbourn kann getrost als einer der Meister dieses Genres bezeichnet werden.

21. Mai - 6. Juni 09
19. Österreichisches OFF-THEATERFESTIVAL SPECTRUM 2009
Schon das 18. Off-Theaterfestival Spectrum 2007 präsentierte sich als ein neues Festival, das den Austausch von neuem Theater unter den Bundesländern verstärken und dem Publikum die Vielfalt des gegenwärtigen Theaterschaffens in Österreich näher bringen will. Es ist das einzige seiner Art. Neue Sicht- und interessante Herangehensweisen machen Lust auf Theater in seinem ganzen Spektrum. Die Scheinwerfer werden auf Theatergruppen abseits eines Trends, einer bekannten Theaterform und gängigen Stückrezeptionen gerichtet. Off-Theater heißt freies Theater, abseits vom institutionalisierten Theaterbetrieb, innovative Ideen und spannende Projekte, wo oft aus Mangel die Kreativität ganz besonders gefragt ist. Auch dieses Jahr wird die beste Produktion nach fast drei Wochen intensiver Theaterzeit wieder vom Publikum gewählt werden. Die Gewinnerproduktion darf sich über den mit 5.000 € dotierten Spectrum Off-Theaterpreis freuen.
Künstlerische Leitung Katrin Ackerl Konstantin & Erik Jan Rippmann

Sommerfestspiele Krastal Lauster
Premiere am 25. Juni / Vorstellungen bis 25. Juli 09
Gotthold Ephraim Lessing „Nathan der Weise“
Das berühmte Stück, in der die Ringparabel eine zentrale Rolle spielt, die Lessing allerdings von Giovanni Boccaccios „Decamerone“ übernommen hat. Der weise Jude Nathan zieht eine Pflegetochter namens Recha auf. Diese wurde von einem christlichen Tempelherrn gerettet, der vom moslemischen Sultan Saladin begnadigt wurde, weil er Saladins Bruder Assad ähnlich sah. Recha und der Tempelherr verlieben sich ineinander. Am Ende werden alle akzeptieren müssen, dass fremde Religionen Teil ihrer selbst sind, wenn offenbahrt wird, dass Assad Christ war, und sowohl Recha wie auch der Tempelherr seine Kinder sind. Was sehr kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: Alle sind sie in erster Linie Menschen und vor allem sollte dies zählen.
Nathan der Weise ist Lessing letztes Werk in dem er seine Idee des Deismus verarbeitete.
„Sind Christ und Jude denn mehr Christ und Jude als Mensch?“
Regie Michael Weger

Gotthold Ephraim Lessing: 1729 in Sachsen/Deutschland geboren war er der wichtigste deutsche Dichter der Aufklärung. Mit seinen Dramen und vor allem auch theoretischen Schriften hat er die weitere Entwicklung der deutschen Literatur maßgeblich beeinflusst.
Er starb 1781 in Braunschweig.

Jugendtheaterstück
Premiere 17. April 2009 im BRG St. Martin
ALIENce
Gemeinsam mit den SchülerInnen BRG St. Martin erarbeitet die neuebuehnevillach ein Theaterstück zum Thema „Gewalt an Schulen“, im Rahmen des bundesweiten Projekts „Macht | Schule | Theater“ des bm:ukk. Die Schülerinnen und Schüler werden so weit wie möglich in den Schreib- wie auch in den Inszenierungsprozess eingebunden und lernen so auch Theater von innen kennen und arbeiten gleichzeitig ein Thema, das jeden einzelnen betrifft, intensiv auf. Spezifisch werden bei diesem Projekt vor allem Ausgrenzungsmechanismen in all ihrer Breite und ihren Folgen behandelt werden.
Projektleitung: Martin Dueller, Stefan David Zefferer

Gäste
8., 9., 10. Januar 2009
Anno Clementi – Ein Liederabend von und mit Georg Clementi
Es sind sehr persönliche und deshalb packende Erzählungen, verpackt in rauchige Songs und zarte Chansons mit sanften Jazz-Anklängen, mit pointierten Zwischentexten voller Komik und auch Nachdenklichkeit, die Georg Clementi zwischen italienischem Cantatore und deutschem Liedermacher gemeinsam mit dem musikalischen Multitalent Johannes Pillinger vorträgt.

7. & 9. Februar 2009
Karlheinz Hackl – Lachen macht gesund
Karlheinz Hackl beherrscht wie kaum ein anderer alle Nuancen der Vortragskunst; von Goethe und Schiller über Trude Marzik bis zu Fritz Grünbaum und darüber hinaus. Ein Abend mit einem grandiosen Schauspieler, der gekonnt sein Publikum zum Lachen bringt.

8. Februar 2009
Karlheinz Hackl und Heidelinde Weis - „Love Letters“ von A.R. Gurney
Eine Frau und ein Mann im Dialog über ein Leben in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten: Triviale Begebenheiten und substantielle Auseinandersetzungen bestimmen diesen Briefwechsel zweier unterschiedlicher Menschen, die sich seit frühester Jugend kennen. Melissa, aus vermögendem Haus, zerbricht in einer eigennützigen Umwelt; Andrew erkämpft sich rücksichtslos Wohlstand und Ansehen.

12., 13., 14. Februar 2009
Eine Produktion von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater
„Winterreise“ – Konzert im Theater mit Gebärdensprache
Der Liederzyklus „Winterreise“ von Franz Schubert (Musik) und Wilhelm Müller (Gedichte).
In der „Winterreise“ erinnert sich ein Wanderer an seine verflossene Liebe. Diese vergangene Liebesgeschichte zwingt den Wanderer zum Reisen Sommer wie Winter, bei Tag und Nacht, denn: „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“. Die Erlebnisse während des Wandern erinnern ihn an die frühere Beziehung zu seinem Mädchen: der Wind, der die Wetterfahne zum Tanzen bringt, die Tränen gefroren, der Schnee, der Traum vom Lindenbaum, das Wetter kalt, das Eis glatt, der Traum vom Frühling und von Liebe, Wolken einsam, Sehnsucht nach Kommunikation, die Krähe als Begleiter, die wachenden Hunde im Dorf, der Winter kalt, das Licht kalt, die Suche nach dem Weg, das Wirtshaus abweisend, Schnee und kalte Sonne, die Suche als Ziel des Lebens.
In allen Stimmlagen ist die „Winterreise“ von Franz Schubert (1797 – 1828) nach Gedichten von Wilhelm Müller (1794 – 1827) schon interpretiert worden, eine „Stimme“ fehlt noch: die Gebärdensprache der Gehörlosen. Zum ersten Mal wird die „Winterreise“ durch gehörlose Schauspieler visuell interpretiert. Dazu eignet sich die den Gedichten von Müller innewohnende Poesie bestens. Die Gedichte selbst sind schon Musik für das Auge im besten Sinne des Wortes.
Leitung, Produktion und Dramaturgie: Herbert Gantschacher
Mit Horst Dittrich (Gebärdensprach-Interpret), Rupert Bergmann (Bassbariton) und
Gert Hecher (Piano)

Service - Spielplan 01-07/09 der neuebuehnevillach:
Anno Clementi – Ein Liederabend von und mit Georg Clementi - 8., 9., 10. Januar
Sigmunds Freude - Szenenprotokolle von Fritz Perls - Premieren am 16. und 17. Januar
Karl Heinz Hackl – Lachen macht gesund am 7. und 9. Februar
Karl Heinz Hackl und Heidelinde Weis mit „Love Letters“ von A. R. Gurney (szenische Lesung)
am 8. Februar
Winterreise – Konzert im Theater mit Gebärdensprache - 12., 13., 14. Februar
Felix Mitterer, Der Patriot - Premiere am 21. Februar
Marius v. Mayenburg, Der Hässliche - Premiere am 25. März
ALIENce – Jugendtheaterstück, Premiere 17. April im BRG St. Martin
DEA Alan Ayckbourn, Verfolgte Unschuld – RollenSpiel - Premiere am 23. April
19. Österreichisches OFF-THEATERFESTIVAL SPECTRUM 2009 - 21. Mai - 6. Juni
Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise - Premiere am 25. Juni im Marmorsteinbruch Krastal
Abo-Bestellungen: 04242/28 71 64, online: www.neuebuehnevillach.at
Rückfragehinweis/Interviewanfragen:
Waltraud Hintermann, Administrative Leitung neuebuehnevillach
mobil: 0664/4644297, E-Mail: waltraud.hintermann@neuebuehnevillach.at
Stefan Zefferer, Pressesprecher
mobil: 0676/84826780, E-Mail: stefan.zefferer@linea7.com





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