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20.02.2009
Presseinformation: Der Patriot von Felix Mitterer
Inszenierung: Hans-Peter Kellner Es spielt: Heinz Weixelbraun

 

Villach, am 16. Februar 2009


Presseinformation

„In diesem Land sind Personen willkommen,
die aussehen wie wir, die beten wie wir, die sprechen wie wir.“

Der Patriot von Felix Mitterer
Ein Stück österreichischer Zeitgeschichte

Inszenierung: Hans-Peter Kellner
Es spielt:
Heinz Weixelbraun

Premiere: 21. Februar 2009
20.00 Uhr in der neuebuehnevillach


Der „Fall Franz Fuchs“ erschütterte in den neunziger Jahren ganz Österreich. Die Wunde, die damit aufgerissen wurde, klafft auch heute noch weit offen. Felix Mitterer montierte Vernehmungsprotokolle und psychiatrische Gutachten, Bekennerschreiben und verschiedene Zeitungsartikel zum „Fall Franz Fuchs“ zu einem spannenden Monolog, der ein Stück Zeitgeschichte behandelt, das auch heute noch brisant ist. Felix Mitterer schafft damit eine Bestandsaufnahme der Österreichischen und vor allem auch der Kärntner
Verhältnisse. Im Zwiegespräch mit unsichtbaren Gesprächspartnern mit denen sich Franz Fuchs im intellektuellen Duell befindet, die diesen Monolog vorantreiben, wird das Psychogramm eines Menschen gezeichnet, der in seiner Komplexität schwer nachvollziehbar war, dessen Intelligenz zu bestechen wusste und dessen extremistische Konsequenz erschreckte.

„Was Franz Fuchs als Figur interessant macht, ist, wie ein im Prinzip begabter und intelligenter Mensch mit etwas labiler Persönlichkeitsstruktur politische, historische und gesellschaftliche Versatzstücke zu einer eigenen, wirren Weltanschauung vermischt – und dass viele Menschen dazu entweder beipflichtend nicken oder entrüstet den Kopf schütteln. Oder beides. Was hat es auf sich mit der österreichischen Tradition pathologischer Einzeltäter? Dieser Mischung aus Faschismus und Begabung, aus Faszination und Verachtung? Es geht bei dem Abend nicht um eine authentische Studie des Briefbombers Franz Fuchs, sondern vielmehr um Mechanismen und Projektionen.
Das Sendungsbewusstsein des einfachen Mannes, das Wegschauen der Gemeinschaft, das Zurechtbiegen von in sich widersprüchlichen Anschauungen. Die Zuschauer können an diesem Abend nicht nur das Innenleben eines „österreichischen Patrioten“ beobachten, sondern genauso auch ihr eigenes. (Hans-Peter Kellner, Regie)

Textzitate:
Ich konnte eigentlich nie mit Frauen. Nicht wirklich. Die mögen lieber die Draufgänger. Ich bin wohl nicht attraktiv für Frauen. Beim Bundesheer hatte ich eine Freundin. Sie war mir nicht treu. Ich hab ihr wie ein Hund hinterher gewinselt.

Meine Oma hab ich bewundert, die konnte alles, einfach alles. Schweine schlachten, wursten und Speck räuchern, aus Kräutern Medizin herstellen. Einmal ist ein Schwein am Rotlauf erkrankt, die Oma hat es zu Seife verarbeitet. Sie hat im Dorf die Verstorbenen gewaschen und aufgebahrt, und sogar als Hebamme war sie unterwegs.

Dann bin ich ausgestiegen und hab gefragt. „Sie wollen meine Papiere sehen?“ Und ich hab den Auslöser betätigt. Aber ich hab den Apparat falsch gehalten. Der Schuss ist in den Boden gegangen und der Rückstoßstrahl hat mir die Hände weggerissen. Dann bin ich gelaufen. Ich wollte einfach laufen. Ausbluten. Das war ein schönes Gefühl, wie ich schwach geworden bin, immer schwächer. Dann bin ich zusammengebrochen.


Hans-Peter Kellner
Geboren 1963 in Wien. Anfangs Regieassistenzen in Wien am Volkstheater, dem Theater
in der Drachengasse und im Ronacher und in Berlin für die Royal Shakespeare Company.
Erste eigene Inszenierungen ab 1993 in Wien. Seither Arbeiten unter anderem am Volkstheater, Vienna´s English Theatre, Theater Drachengasse, Künstlerhaus und Ensembletheater, sowie dem Tiroler Landestheater und dem Schauspielhaus Düsseldorf. Ab 1995 Inszenierungen am Gate Theatre, dem Lyric Hammersmith und dem White Bear Theatre in London. Zusammenarbeit mit Tom Stoppard, David Farr und Michael Kingsbury. Seit 2000 lebt Hans-Peter Kellner in Kopenhagen, wo er neben Arbeiten im Café Theater 2003 auch eine Hamlet-Inszenierung auf Schloss Kronborg realisierte. Neben dem Theater war er bis Ende der neunziger Jahre auch im Bereich Film- und Fernsehen, Show und Musical sowie beim Zirkus aktiv, er übersetzte außerdem zahlreiche skandinavische Autoren ins Deutsche. „Der Patriot“ ist seine erste Inszenierung an der neuebuehnevillach.


Heinz Weixelbraun
wurde 1963 in Spittal an der Drau geboren. Von 1986 bis 1991 spielte er an der freien Volksbühne Berlin unter der Regie von Theatergrößen wie Hans Neuenfels und Klaus Emmerich. Seit 1992 arbeitet er als freier Schauspieler an diversen Bühnen, unter anderem am Wiener Schauspielhaus und am Stadttheater Klagenfurt. Seit 1987 arbeitet Heinz Weixelbraun auch für Film und Fernsehen. Für seine Rolle in „Erwin und Julia“ unter der Regie von Götz Spielmann wurde er 1989 für den „Europäischen Filmpreis“ nominiert, für den „Max-Ophüls-Preis“ wurde er 1990 für seine Rolle im Film „Die fliegenden Kinder“ vorgeschlagen. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Mitwirkung in Fernsehserien bekannt, insbesondere für die Besetzung der Rolle des Christian Böck in der Krimiserie „Kommissar Rex“ zwischen 1996 und 2001. Nach 2001 verließ er die Serie, um wieder am Theater zu spielen.

Felix Mitterer
Als Sohn der verwitweten Landarbeiterin Adelheid Marksteiner und eines rumänischen Flüchtlings geboren und direkt nach der Geburt von einem Landarbeiterehepaar adoptiert. 1970 wurden seine ersten Beiträge im ORF gebracht. 1977 machte er sich als freier Autor selbständig. Felix Mitterer arbeitet und lebt seit 1995 in Castlelyons (Irland). Mitterer bezeichnet sich selbst als „Tiroler Heimatdichter und Volksautor“. Dabei greift er meist problematische und kontroverse Themen auf. Vor allem die Werke Die Piefke-Saga und Verkaufte Heimat (ebenfalls vom ORF ausgestrahlt) verhalfen Felix Mitterer Ende der 1980er Jahre zum großen Durchbruch. Seine Protagonisten sind oft sozial isolierte Außenseiter, wie in „Kein Platz für Idioten“ oder „Die wilde Frau“.
Preise: 1987 Peter-Rosegger-Preis, 1991 Adolf-Grimme-Preis und Romy für Die Piefke-Saga, 2001 Ernst-Toller-Preis, 2003 ORF-Hörspielpreis für Die Beichte, 2004 Prix Italia für das Hörspiel Die Beichte
Stücke/Auswahl: 2000 - Mein Ungeheuer. (Uraufführung Tiroler Volksschauspiele Telfs), 2001 - Gaismair. (Uraufführung Tiroler Volksschauspiele Telfs), 2002 - Johanna oder die Erfindung der Nation. (Uraufführung Salzburger Landestheater), 2004 - Kreuzweg Hochberg (mit Herbert Meusburger), 2004 - Die Beichte (Uraufführung Tiroler Volksschauspiele Telfs), 2004 - Die Hutterer (Uraufführung Schlossbergspiele Rattenberg), 2006 - Die Weberischen (Musical, Uraufführung Vereinigte Bühnen Wien), 2007 - Der Panther (Uraufführung in den Kammerspielen Theater in der Josefstadt Wien), 2007 - Franz von Assisi - Der Narr Gottes (Uraufführung bei den Volksschauspielen Ötigheim), 2008 - Der Patriot (Uraufführung im Stadttheater Walfischgasse Wien)
Zahlreiche Drehbücher (Piefke Saga, 1991), Kinderbücher und Prosawerke.

Team:
Inszenierung: Hans-Peter Kellner
Schauspiel: Heinz Weixelbraun
Regieassistenz & Videos: Martin Schinagl
Kostüme: Michaela Wuggenig
Technik: Gerald Samonig
Bühne: Angelica Kopf
Stückdauer: 75 Minuten
Rechte: Sessler Verlag
Altersempfehlung: ab 14 Jahre



Hinweise:
Der Schauspieler und der Regisseur stehen Ihnen gerne für Gespräche/Interviews gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie Termine direkt mit Waltraud Hintermann, nbv (mobil: 0664/4644297)


Service
Der Patriot von Felix Mitterer
„Offene Probe um 6“ am 17.2. um 18.00 Uhr, Eintritt frei
„General Probe um 8“ am 20.2 um 20.00 Uhr, Eintritt Euro 8,--
Premiere am 21. 2. 2009 um 20 Uhr in der neuebuehnevillach.
Weitere Termine: 24.2. ausverkauft; 25. bis 28. 2.; 4. bis 7. 11. bis 14. 3. 2009
(Schulvorstellungen um 10.00 Uhr am 3.3. und 10.3.2009)

Karten: 04242/27341 (www.neuebuehnevillach.at)

Rückfragehinweis/Interviewanfragen:
Waltraud Hintermann, Administrative Leitung, mobil: 0664/4644297
waltraud.hintermann@neuebuehnevillach.at
Stefan David Zefferer, Pressesprecher
mobil: 0676/84826780 stefan.zefferer@linea7.com




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