neuebuehnevillach
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06.04.2009
ALIENce Ein Stück zum Thema ‚Gewalt’ und ‚Gewaltprävention’

 

Villach, am 31. März 2009

Presseinformation

„Man muss sich nur vorstellen, man sei woanders.
Nein, Blödsinn, natürlich nicht, macht ja nichts besser.“

ALIENce
Ein Stück zum Thema ‚Gewalt’ und ‚Gewaltprävention’
erstellt in Zusammenarbeit von neuebuehnevillach und BRG St. Martin/Villach im Rahmen des Projekts Macht/Schule/Theater - einer Initiative von „Weiße Feder“ des BMUKK
in Kooperation mit Kulturkontakt Austria und DSCHUNGEL Wien

AutorInnen:
Johanna Amlacher, Nikolaus Kandolf, Melina Marcher, Elias Poschinger,
Nadia Schäffer, Magdalena Taxenbacher , Martin Dueller und Stefan David Zefferer

SchauspielerInnen:
Johanna Amlacher, Nina Arnez, Sophia Friedler, Kathrin Gelbmann, Nikolaus Kandolf, Bianca Köfer, Jakob Koffler, Melina Marcher, Maximilian Müllneritsch, Julian Öllinger, Simon Pacher, Elias Poschinger, Alina Prettner, Anna-Maria Reichmann, Lukas Rossmann, Theresa Somitsch, Cornelia Stangl, Romana Stjepanovic, Magdalena Taxenbacher, Mark Uckermann, Alexander Zdesar

Regie: Martin Dueller
Co-Regie: Stefan David Zefferer

Premiere: 22. April 2009
20.00 Uhr in der Aula des BG+BRG St. Martin/Villach

Ausgrenzung
Das Thema „Gewalt an Schulen“ gerät in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Auch wenn dieses Phänomen nicht an allen Schulen bzw. bei allen Jugendlichen beobachtbar ist, bedarf es der Aufmerksamkeit. Im Rahmen der Initiative Macht/Schule/Theater ist die „neuebuehnevillach“ für die Durchführung dieses österreichweiten Theaterprojekts in Kärnten verantwortlich. Gemeinsam mit dem BRG St. Martin und der an diesem Gymnasium schon lange bestehenden Theaterspielgruppe unter der Leitung von Herwig Burian wird seit Mitte 2008 ein Theaterstück zum Thema „Gewalt an Schulen“ entwickelt- vom Text bis hin zur fertigen Aufführung sind die SchülerInnen nicht nur beteiligt, sondern sie haben maßgeblich (an)teilgenommen. Konzentriert haben sich die Jugendlichen vor allem auf das Theama „Ausgrenzung“ – und seine Folgen: Homosexualität, Armut, Anderssein, Hautfarbe, Herkunft usw.

Figuren auf dem Spielfeld des Lebens
Gewalt hat System! - und ist im System, in dem wir uns bewegen, wo mit virtuellen Werten (in vielerlei Hinsicht) gehandelt wird, impliziert. Ganz im Sinne Brechts, dass Gewalt nur dort hilft, wo Gewalt herrscht, produziert ein solches System mit fortlaufender Automatik nicht nur Opfer sondern auch Täter, die letztlich auch selbst nur Opfer sind. Man erfüllt seine Rollen und durch diese Rollen ist man Figur und mit dieser Figur hat man seine Stellung am Spielfeld und ist Teil einer Dynamik, die wiederum den Handlungsspielraum sehr eng setzt. Und genau das will diese Produktion mit der Übersetzung in ein Spiel zeigen.
(Martin Dueller, Regie)


Auf den ersten Blick, also oberflächlich betrachtet, sehen wir hier Täter und Opfer. Erst ein zweiter, genauerer Blick zeigt, dass auch Täter Opfer und Opfer Täter sind oder sein können. Täter wie Opfer sind hier Leidtragende von Systemen, für die sie oft nichts können: zerrüttete Familienverhältnisse, Wohlstandsverwahrlosung, Leistungsdruck in Schule und Gesellschaft u. a.
Hier entsteht manchmal enorme Aggression. Sie richtet sich vielleicht nach außen, gegen andere, in schlimmer Weise. Oder sie richtet sich nach innen und zerstört dort.
Das Stück ALIENce ist aus den Schülerinnen und Schülern, ihren Überlegungen und Erfahrungen zum Thema ‚Gewalt und Ausgrenzung’ entstanden. Es ist sozusagen aus ihnen heraus gewachsen und es wird von ihnen auf die Bühne gestellt. Es lenkt unsere Aufmerksamkeit, in vielen scheinbar unspektakulären Bildern und Szenen auf diese Dynamiken und es macht uns Zuschauer vielleicht betroffen oder nachdenklich. Das wäre ein schönes Ergebnis der intensiven Arbeit, die diese SchülerInnen - trotz ihrer Tätigkeitsvielfalt - in ihrer Freizeit geleistet haben.
(Stefan David Zefferer, Co-Regie)

Textzitate:
Ist voll langweilig. Alles. Zu Hause sowieso. Früher das Kindermädchen. Die hab ich fertiggemacht, als Baby schon. Ohne Ende. Dann die Internate. Eins nach dem anderen. Eins elitärer als das andere. Hab alle vernichtet. Nie jemand da. Häng den ganzen Tag vor der Glotze, vorm Computer. Überall die gleiche Scheißwelt, voller Angeber und Arschkriecher, Asylanten, Scheißminister. (Mark)

Immer allein. Nur ein Unfall, den sie immer bereut hat. Unerwünschtes Kind, ein Patzer im perfekten Lebenslauf. Immer ist sie weg. Sie will nichts von mir wissen, und mein Vater checkt überhaupt nichts mehr ab. (Georg)

Sonja: Ich meine, was ist das Problem? Was haben die gegen uns? Wir haben ihnen nichts getan und ich würde ihnen ja sogar helfen.
Maria: Es ist ein Spiel. Entweder man spielt mit oder nicht, man kann zu den Gewinnern oder zu den Verlierern zählen - alles nur Glück.

Weißt du überhaupt, was du da redest? Sie mussten flüchten! Weißt du, was Flucht ist! Ihre Mutter war Ärztin in der Ukraine und ihr Vater arbeitete für eine Organisation, die sich für politisch Verfolgte einsetzte. Hier geht ihre Mutter putzen und ihr Vater darf noch nicht mal arbeiten. Wenn du sie mal fragen würdest, wüsstest du das auch. (Alex)

Team
Regie: Martin Dueller
Co-Regie: Stefan David Zefferer
Schauspiel-Coaching: Michael Weger
Bühne & Regieassistenz: Angelica Kopf
Kostüme: Michaela Wuggenig
Maske: Elvira Masic
Filme: Martin Schinagl
Technik und Licht: Manfred Kratochwill
Stückdauer: 70 Minuten
Alle Rechte bei den AutorInnen
Altersempfehlung: ab 12 Jahre

Hinweis:
Die SchauspielerInnen und die Regisseure stehen Ihnen für Gespräche/Interviews gerne zur Verfügung.
Bitte vereinbaren Sie Termine direkt mit Waltraud Hintermann, nbv (mobil: 0664/4644297)

Service
ALIENce
Premiere am 22. 4. 2009 um 20 Uhr im BG+BRG St.Martin/Villach.
Weitere Termine: 24.4. 2009 und in der neuebuehnevillach am 19. und 20. 5. 2009 jeweils um 10.00 und um 20.00 Uhr

Karten: 04242/27341 (www.neuebuehnevillach.at)

Rückfragehinweis/Interviewanfragen:
Waltraud Hintermann, Administrative Leitung, mobil: 0664/4644297
waltraud.hintermann@neuebuehnevillach.at

Stefan David Zefferer, Pressesprecher
mobil: 0676/84826780 stefan.zefferer@linea7.com







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