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26.06.2009
Nathan der Weise Gotthold Ephraim Lessing Sommer-Freilufttheater in der beeindruckenden Naturarena des ‚Marmorsteinbruch Krastal’

 

Regie: Michael Weger
Villach, am 25.Juni 2009

Presseinformation

Es strebe jeder von uns die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag zu legen

es spielen unter der Regie von Michael Weger:
Manfred Lukas-Luderer als Nathan
Franz Robert Ceeh, Frankie Feutl, Klaus Fischer, Katrin Hauptmann, Berta Kammer, Bernhard Krieber, Michael Kuglitsch, Bea Masala, Ronald Pries, Erik Jan Rippmann

Premiere: 25. Juni 2009, 20.00 Uhr

Toleranz-Drama
„Nathan der Weise“ setzt die Reihe von großen Stücken des Welttheaters, welche die neuebuehnevillach jedes Jahr im Marmorsteinbruch Lauster im Krastal zur Aufführung bringt, fort. Die Geschichte des Juden Nathan, dessen Pflegetochter Recha, die von einem christlichen Tempelherrn gerettet wird, der wiederum vom moslemischen Sultan Saladin begnadigt wurde, ist eines der wirklich großen, berührenden und gehaltvollen Stücke. Recha und der Tempelherr verlieben sich ineinander. Dies ist der Anfang einer tieferen Begegnung zwischen Judentum, Christentum und Islam. „Nathan der Weise“ gilt als das Toleranzdrama schlechthin, das nicht nur durch die berühmte Ringparabel zeigt, dass alle Religionen verwandt sind, einen Ursprung haben und insofern auch versöhnbar sind. Nur der Mensch scheitert immer wieder daran, diese große Toleranzidee zu leben. Eine friedliche Koexistenz der verschiedenen Religionen steht abseits der Bühne noch immer aus, rund um den Globus werden immer noch Glaubenskriege geführt, „nur“ mit Worten, häufig aber auch mit Waffen.

Hier setzt Michael Weger mit seiner Inszenierung dieses zweihundertdreißig Jahre alten Stückes, welches er in eine bedrohliche Gegenwart transferiert, an - und bleibt dabei trotzdem weitestgehend der Original-Fassung treu.

Aus der Ringparabel:
Mein Rat ist aber der: ihr nehmt
Die Sache völlig wie sie liegt. Hat von
Euch jeder seinen Ring von seinem Vater:
So glaube jeder sicher seinen Ring
Den echten. - Möglich; dass der Vater nun
Die Tyrannei des einen Rings nicht länger
In seinem Hause dulden wollen! - Und gewiss;
Dass er euch alle drei geliebt, und gleich
Geliebt: indem er zwei nicht drücken mögen,
Um einen zu begünstigen. - Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern äußern:
So lad ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich; und sprechen. (Nathan)

Die äußerste Weisheit eines Menschen
Ich will gewissermaßen die sanften Züge des Stückes, die Oberfläche wegpolieren, um der darunter liegenden, viel grausameren Wahrheit etwas näher zu kommen. Denn so sehr wir verstehen, wie es sein könnte und wohin wir uns bewegen sollten, so schwach sind wir doch im alltäglichen Handeln, diesen Weg auch zu beschreiten. Und selbst die äußerste Weisheit eines Menschen wie Nathan vermag nur durch große geistige Anstrengung sein Handeln so zu lenken, dass es heilsam und tatsächlich tolerant wird.
(Michael Weger, Regie)

Gotthold Ephraim Lessing, geboren 1729 in Kamenz in der Lausitz, war der bedeutendste Kritiker, Dichter und Philosoph der deutschen Aufklärung. „Nathan der Weise“, 1779 geschrieben, war das erste weltanschauliche Ideendrama, von Lessing erdacht, weil ihm weitere theoretische Veröffentlichungen zur Toleranzidee untersagt wurden. „Nathan der Weise“ ist Lessings letztes Stück.
Er starb 1781 in Braunschweig.

Service
„Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing
Premiere am 25. Juni 2009 um 20.00 Uhr im Marmorsteinbruch Krastal.
Weitere Termine:
26. und 27. Juni; 2., 3. und 4. Juli; 9., 10. und 11. Juli; 16., 17. 18.
und 23., 24., 25. Juli 2009
Schulvorstellung: 2. Juli um 10 Uhr

Alle Vorstellungen finden im Marmorsteinbruch der Firma Lauster/Krastal,
Krastaler Straße 27, Einöde bei Villach statt!
Anfahrtsbeschreibung:
Millstätter Bundesstraße Richtung Treffen, nach Köttwein links Abzweigung ins Krastal.
Von Klagenfurt kommend: Autobahnabfahrt Villach Ossiacher See, danach Richtung Treffen. Vom Drautal kommend: über Puch/Weissenstein Richtung Krastal.

Bei Regen gilt die Eintrittskarte entweder für eine der nächsten Vorstellungen oder für den nächsten offenen Regenersatztag. Hotline (Wetter/Anreise/Info) 0681/10659527
Bewirtung Team Soho/Stern ab 19.00 Uhr am Spielort Abendkassa ab 19.00 Uhr am Spielort.
Festes Schuhwerk und warme Kleidung mitbringen.

Produktionsteam
Regie & Bühne: Michael Weger
Kostüme: Michaela Wuggenig
Bühnendekoration/Fotomontagen: Alex Samyi
Maske: Elvira Masic
Soundcollage: Martin Dueller
1. Regieassistenz und Bühnenbildassistenz: Angelica Kopf
2. Regieassistenz und Produktionsleitung: Waltraud Hintermann
Dauer: 190 Minuten inkl. 2 Pausen
Altersempfehlung: 14+




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